Narbenpflege

Bei Narbenpflege geht es nicht nur um die Optik

Vermutlich geht Niemand ohne Narben durchs Leben. Für Krebspatienten gilt das natürlich insbesondere.

Bei tiefen Verletzungen, wie OP-Narben dauert es oft sogar ein paar Jahre, bis sich das Gewebe komplett erneuert. Die Narbe an sich ist eine Schutzreaktion des Körpers. Die Wunde soll möglichst schnell verschlossen werden. Dabei legt unser Körper natürlich mehr Wert auf Zweckmäßigkeit, als auf das äußere Erscheinungsbild der Haut. Die Narbe besteht deswegen hauptsächlich aus faserbildenden Kollagenzellen, ist rötlich und hat eine unebene Oberfläche ohne Haare.

Um deinen Körper optimal bei seiner Arbeit zu unterstützen, solltest du deine Narben pflegen.

Ich selbst habe leider erst in der Reha gezeigt bekommen, wie das richtig geht und da waren meine Operationen bereits ein halbes Jahr her.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Sobald wie möglich mit der Narbenpflege beginnen. Natürlich musst du die ersten Wochen abwarten, bis die Fäden gezogen werden. Sollte vom Arzt nichts anderes angeordnet werden, kannst du ab diesem Zeitpunkt bereits beginnen, die Narben mit speziellen Cremes sanft kreisend zu massieren.

Sobald die Narbe abgeheilt ist, ist die tägliche Pflegeroutine in den kommenden Monaten ein absolutes Muss.

Ziel dabei ist:

  • Hautverklebungen lösen

  • Lymphabfluss verbessern

  • Narbengewebe beweglich halten

  • Bewegungseinschränkungen verbessern und vorbeugen

  • Verbesserung der Sensibilität

  • Reduktion von Taubheitsgefühl

  • Schmerzlinderung

  • Verbesserung des kosmetischen Ergebnisses

Optimal ist es, die Narbe kreisförmig mit den Fingerspitzen zu massieren. Auch Kneten ist bei tiefen Narben sehr sinnvoll und am Ende solltest du den betroffenen Bereich immer Richtung Körpermitte ausstreichen.

Am besten 1-3x täglich für je 3 Minuten das erste Jahr nach einer OP.

Die Narbenpflege sollte keine starken Schmerzen verursachen. Leichte Rötungen sind normal, sie sollten aber nicht dauerhaft bleiben. Lass es dir am besten von einem Arzt oder Physiotherapeuten einmal genau zeigen, damit du dich dann selbst ran traust.

 

Wie pflege ich meine Narbe
Ziele der Narbenpflege