Anleitung zum Brustabtasten

Brustkrebs Vorsorge

Anleitung zum Brust abtasten

Warum sollte ich regelmäßig meine Brust abtasten?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 70.000 Frauen an Brustkrebs und ich kann leider aus Erfahrung sagen, dass nicht nur „alte“ Frauen betroffen sind.

Früh erkannt sind die Heilungschancen relativ gut, daher lohnt es sich wirklich, sich mit der eigenen Brut auseinander zu setzen.

Der jährliche Besuch beim Frauenarzt ist leider nicht ausreichend. Denn je nachdem in welcher Phase deines Zyklus du dich gerade befindest, sind kleine Knötchen oder Verhärtungen besser oder schwieriger zu ertasten. Außerdem kannst du im Falle einer Veränderung schneller reagieren.

Vor allem geht es bei der regelmäßigen Selbstuntersuchung aber darum, die eigene Brust kennenzulernen und festzustellen, ob es Veränderungen gibt. Denn wenn du das erste Mal selbst deine Brust abtastest, könntest du ganz schön erschrecken, wie fest und knotig sie sich tatsächlich anfühlt. Lass dich davon nicht verunsichern, das ist völlig normal!

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abtasten der Brust?

Gegen Zyklusende schwillt die Brust oft unter dem Einfluss der Hormone an und das Drüsengewebe fühlt sich härter oder sogar knotig an. Veränderungen lassen sich zu diesem Zeitpunkt nur schwer erkennen.

Daher tastest du deine Brust am besten eine Woche nach Beginn deiner Regelblutung ab. Zu diesem Zeitpunkt ist die Brust besonders weich, der Körper ist entwässert und die Hormone sind entspannt.

Frauen nach den Wechseljahren sollten sich immer ein festes Datum im Kalender markieren. Ich nehme zum Beispiel immer den 1. jedes Monats.

 

Wie taste ich die Brust richtig ab?

Zunächst einmal solltest du dir ausreichend Zeit nehmen und eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Der Blick in den Spiegel

Als erstes solltest du dich bei guten Lichtverhältnissen mit unbekleidetem Oberkörper vor einen Spiegel stellen. Schaue dir deine Brüste nun aus verschiedenen Perspektiven an.

Von vorne, von der Seite, nach vorne gebeugt, mit herabhängenden Armen, dann mit nach oben gestreckten Armen und dann mit in die Hüfte gestemmten Armen.

Hat sich seit der letzten Selbstuntersuchung etwas verändert? Etwa die Form oder die Größe?

Auffällige Veränderungen können zum Beispiel Einziehungen der Brustwarze oder anderer Hautstellen an der Brust sein. Genauso sollten neu aufgetretene Vorwölbungen, „Orangenhaut“ oder Rötungen an der Brust ärztlich abgeklärt werden.

 

Schritt für Schritt Anleitung zum Brustabtasten:

  1. Stelle dich aufrecht hin.

  2. Hebe den rechten Arm hoch um dann mit der linkten Hand die rechte Brust zu untersuchen.

  3. Teile deine Brust gedanklich wie eine Uhr ein.

  4. Beginne bei 12 Uhr (oberer Bereich der Brust).

  5. Nutze zum Abtasten Zeige- und Mittelfinger. Bewege die Finger beim Tasten leicht gegeneinander, als würdest du Klavierspielen. So lassen sich eventuelle Knoten in unterschiedlichen Gewebetiefen erspüren.

  6. Beginne am äußeren Rand und steife mit den Fingern nach innen, Richtung Brustwarze. Der Druck sollte so stark sein, als würdest du einen Kuchenteig kneten. Nicht zu fest, aber auch nicht zu zart.

  7. Taste auch die Brustwarze genau ab und drücke sie vorsichtig zusammen. Sollte dabei Flüssigkeit austreten, achte auch Farbe und Konsistenz.

  8. Taste nun so die komplette Brust ab.

  9. Der Hauptfokus der Abtastung ist oben außen, in der Nähe der Achselhöhle. Da ist die Brustdrüse am dichtesten.

  10. Vergiss auch nicht das Schlüsselbein und die Achselhöhle.

  11. Wenn du einmal im Uhrzeigersinn komplett um die Brust herum bist, dann wechsle zur anderen Brust.

Idealerweise wiederholst du das gesamte Brust-Abtasten dann noch im Liegen. Du kannst dir dazu ein kleines Kissen unter die Schulter legen, auf der Seite, auf der du die Brust gerade abtastest. Die Brust wird dadurch flacher uns lässt sich leichter abtasten.

Die äußeren Bereiche der Brust und die Lymphknoten in der Brusthöhle lassen sich am besten in der Halbseitenlage abtasten.

Wichtig: Solltest du etwas ertasten: Ruhe bewahren!

Wie oben bereits geschrieben, wirst du vielleicht erschrecken wie knubbelig sich das Gewebe anfühlt. Besonders junge Frauen haben oft eine feste und knotige Brust. Mit zunehmendem Alter wird die Brust in der Regel weicher.

Außerdem sind nicht alle Bereiche der Brust gleich aufgebaut und auch die Größe der Brüste ist von Natur aus meist unterschiedlich.

Lass dich bitte auch nicht gleich von tastbaren Lymphknoten erschrecken. Es gibt sehr viele Gründe, warum sie vergrößert sein können. Die meisten sind harmlos, wie beispielsweise eine Infektion.

Wenn du regelmäßig deine Brust abtastest, wirst du schnell mit deiner individuelle „Drüsenlandschaft“ vertraut und kannst Veränderungen besser erkennen.

Bei auffälligen Veränderungen solltest du in jedem Fall direkt bei deinem Frauenarzt anrufen und deine Situation schildern, dann bekommst du auch schnell einen Termin.

Das Selbst-Abtasten ersetzt nicht den Termin beim Frauenarzt, ist aber eine sinnvolle Ergänzung zur Brustkrebsvorsorge!