Angehörige und Krebs

Krebspatienten unterstützen

Wie kann ich als Angehöriger Krebspatienten unterstützen?

Zuschauen ist schlimmer als selber haben“. Sagte mir die Palliativ-Krankenschwester am Bett meiner Mutter, als ich sie fragte, wie Mama es schafft, so stark zu sein.

Heute weiß ich, dass das stimmt. Natürlich war meine Diagnose eine andere, aber es war trotzdem auch Krebs! Die gleichen 5 Buchstaben, die sich so sehr in meine Seele eingebrannt haben.

Ich wusste, was auf mich zukommen würde und ich wusste vor allem auch, was auf mein Umfeld zukommt.

Die Angehörigen werden oft vergessen, denn oft heißt es: Zähne zusammen beißen, es geht gerade nicht um dich. Aber gerade dieses zuschauen müssen, und das Gefühl nichts tun zu können zerreißt dich innerlich. Du würdest so gerne die Schmerzen und das Leid abnehmen, aber das geht nicht.

Dennoch, du kannst trotzdem etwas tun, selbst wenn es dir nicht bewusst ist. Einfach da sein, unterstützen und bei alltäglichen Dingen wie kochen, putzen, einkaufen, helfen ist so unendlich viel wert. Und vor allem nicht so tun, als wäre bei dir alles in Ordnung. Der Patient merkt, dass es dir ebenfalls beschissen geht und wird versuchen dir zu zeigen, dass es ihm ja auch „gut“ geht.

Ich hatte das Glück, tolle Freunde zu haben. Die sagten mir ganz offen: Du Simone, ich habe auch Angst und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich mit dir umgehen soll? Was brauchst du?

Das hat mir geholfen, Hilfe anzunehmen und auch danach zu fragen.

Denn es gibt nichts Schlimmeres, wie Menschen aus deiner Vergangenheit die plötzlich auf der Matte stehen mit der Aussage: „Meldest dich halt, wenn du was brauchst.“ Und dann trotzdem nicht da sind.

Wenn dich ein Betroffener um Hilfe bittet, die du angeboten hast, dann halte dein Versprechen. Komme was wolle! Als Krebspatient braucht man nur Eines: Verlässlichkeit. Versprich niemals Dinge, die du selbst nicht halten kannst.

Und gönne dir trotzdem genug Auszeit für dich um all das zu verarbeiten, denn diese Krankheit verändert alles. Vor allem dich selbst!

Das Psychoonkologische Angebot ist in der Regel nicht nur für Patienten, sondern auch deren Angehörige. Nimm das Angebot an, denn nur wenn du stark bist, kannst du helfen!

Auch Angehörige brauchen Unterstützung. Melde dich gerne bei mir, falls du nicht zu einer offiziellen Stelle gehen willst-.